Sickfuckpeople

Juri Rechinskys Langfilmdebüt dokumentiert den Alltag einer jugendlichen Drogenkommune, irgendwo in Odessa. Am Rande der Gesellschaft vegetieren die Kids in einem dreckigen Kellerloch und haben kein anderes Ziel in ihrem Leben als den nächsten Schuss. Sie sind heroinsüchtig und ohne Perspektive. Woher sie kommen, warum sie obdachlos sind, das erfahren wir nicht. Unterteilt in drei Kapitel, konzentriert sich die Dokumentation auf zwei Einzelschicksale: Zwei Jahre später haben sie den Schritt aus dem Kellerloch gewagt und versuchen den Weg zurück ins Leben zu finden. Ein Junge sucht seine Mutter, eine Schwangere lebt mit ihrem Partner auf der Straße, kämpft um ihr Kind. Menschliche Wärme haben sie im kalten Odessa nicht zu erwarten. Basierend auf Rechinskys gleichnamiger Kurzdoku ist „Sickfuckpeople“ eine 75minütige Tour de Force für das Publikum. Das langsame, von den Drogen verzerrte Gemurmel der Exjunkies ist kaum erträglich, ihre Hoffnungslosigkeit zieht stark hinunter. Dennoch oder gerade deshalb strahlt der Film eine besondere Kraft aus, der man sich schwer entziehen kann. „Sickfuckpeople“ ist keine Antidrogendoku, sondern das eindringliche Porträt von sozialen Außenseitern, die trotz ihrer Sucht dasselbe suchen, wie wir alle: Liebe, Geborgenheit und ein wenig Sinn.

Filmdaten

Produktionsjahr: 2013

Land: Österreich,Vereinigtes Königreichraine

Sprache: Russisch

Länge: 75 Minuten

Regie: Juri Rechinsky

Produktion: Alexander Glehr, Franz Novotny

Cast: Nicht angegeben

Drehbuch: Nicht angegeben

Kamera: Alex Zaporoshchenko, Serhiy Stetsenko

Schnitt: Juri Rechinsky

Über den Regisseur

Juri Rechinsky

Geboren 1986 in der Ukraine. Studiert in Kiew an der Staatlichen Hochschule für Theater, Kino und Fernsehen. Arbeitet als frei-beruflicher Cutter und dreht mehrere Werbe- und Kurzfilme. SICKFUCKPEOPLE ist sein erster langer Dokumentarfilm.